Glutenfreies Mehl – Die gesunde Alternative zum Backen & Kochen

glutenfreies mehl

In vielen unserer Lebensmittel steckt Gluten: Der „Eiweißkleber“ ist in vielen Getreidearten wie zum Beispiel Weizen, Roggen, Dinkel und Gerste vorhanden und daher auch Bestandteil von Lebensmitteln, die aus diesen Zutaten bestehen. Aufgrund seiner Funktion als Bindemittel – welches den Plätzchen- oder Brotteig so schön elastisch werden lässt – ist Gluten in vielen Backwaren und Fertigprodukten enthalten. Gleichzeitig leiden immer mehr Menschen an einer Glutenunverträglichkeit. Die Folgen dieser belastenden Erkrankung sind Bauschmerzen, Blähungen und ein anhaltendes Unwohlsein. Doch es gibt eine bekömmliche Alternative: glutenfreies Mehl.

Warum Gluten nicht (mehr) ins Mehl gehört

Gerade für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit sind glutenfreie Mehle ein wahrer Lebensretter und eine beliebte Alternative zum handelsüblichen Weizenmehl. Aber auch Personen, die kein gesundheitliches Problem mit dem Eiweißkleber haben, klagen nicht selten über ein Schweregefühl nach dem Essen von glutenhaltigen Produkten: Denn Weizenmehl und andere glutenhaltige Mehlen liegen laut Studien (vgl. Dr. Med. William Davis in „Weizenwampe“, 2011) nachweislich schwerer im Magen und können schneller zu einem Völle- bzw. einem Flauegefühl führen. Allerdings führt eine glutenfreie Ernährung nicht – wie von einigen Menschen angenommen – zu einem Abnehmeffekt: Das Phänomen der Gewichtsabnahme ist laut Wissenschaftlern dem Fakt zu verdanken, dass Menschen mit einer glutenfreien Ernährungsweise in der Regel weniger zu industriell verarbeiteten Lebensmitteln greifen.

Wichtig: Menschen, die keine Glutenunverträglichkeit haben, können sorgenfrei weiterhin Gluten zu sich nehmen, ohne gesundheitliche Nachteile zu haben. Eine Umstellung auf „glutenfrei“ und glutenfreie Mehle ist hauptsächlich für Personen empfehlenswert, die den Eiweißkleber nicht vertragen. Für den Rest gilt: Eine bewusste Ernährung ohne viele verarbeitete Fertigprodukte! Sollten Sie dennoch eine Ernährung ohne Gluten und den Gebrauch von glutenfreien Mehlen bevorzugen, stellen sich auch hier keinerlei gesundheitliche Nachteile für Sie ein.

Die Beschaffenheit von Mehl ohne Gluten – Vorteil für den Magen, Nachteil beim Backen

Um den Stoffwechsel anzukurbeln, sind leicht-verdauliche Mehle diejenigen, die ohne Gluten auskommen. Dabei zeichnet sich glutenfreies Mehl dadurch aus, dass es eine lockerere Bindung mit Wasser eingeht, als die bindefreudigen glutenhaltigen Mehle. Deshalb muss man bei der Verwendung der glutenfreien Varianten beim Backen von Brot oder Kuchen vor allem auf das richtige Mischungsverhältnis vom Mehl ohne Gluten in Verbindung mit anderen Produkten achten, damit sich das herkömmliche Weizenmehl optimal ersetzen lässt und ein cremiger Teig entstehen kann. Doch welche Mehle sind glutenfrei und lassen sich kombinieren?

Glutenfreie Mehle – Welche gibt es?

Um glutenhaltige Mehle bestmöglichst zu ersetzen, sollte beim Backen auf ein glutenfreies Gemisch aus je einem Teil glutenfreies Mehl, Stärkemehl und Bindemittel gesetzt werden. Hierbei kann man – beachtet man das gleichgroße Mengenverhältnis – die drei Produkttypen beliebig miteinander mischen und die jeweiligen Mineralien und Nährstoffe optimal nutzen. Welche glutenfreie Alternativprodukte es zum Kombinieren u.a. gibt, sehen Sie in den folgendenen Übersichten:

Glutenfreie Mehle

Buchweizenmehldunkles Mehl mit nussigem Geschmack, besonders proteinreich, perfekt geeignet zum Backen von Brot und herzhaften Backwaren
Amaranthmehlleicht nussig-erdiger Geschmack, optimal für herzhafte Gerichte (z.B. Quiche, Pizza oder Flammenkuchen), sehr austrocknend – daher am besten Öl zum Teig hinzugeben
Quinoamehlgroße Proteinquelle aus den Samen des Quinoa-Gewächses, leicht bitteres Aroma, ebenfalls für herzhafte Speisen geeignet
Hirsemehlsüß-milder Geschmack, leicht zu verarbeiten, bestens für süße Gerichte wie z.B. Muffins geeignet
Mandelmehlnussiger Geschmack, sowohl für herzhafte als auch süße Backwaren geeignet (oder als Toopins bei Gratins)
Sojamehlsehr nussig im Geschmack, für beinahe alle Gerichte geeignet, ebenso perfekter Eiersatz bei veganer Ernährung

Glutenfreie Stärkemehle

Stärkemehle enthalten – wie der Name vermuten lässt – Stärke. Diese sorgt dafür, dass sich die Zutaten im Teig zu einer gemeinsamen Masse verbindet, die nicht zu flüssig ist. Außerdem ist Stärke ein schneller und gesunder Energielieferant!

Kartoffelmehlsorgt für die perfekte Textur, optimal geeignet für fluffige Muffins, Kuchen und saftige Eierkuchen
Maisstärkemilder Geschmack, dadurch vielseitig einsetzbar, auch als Verdickungsmittel im Pudding geeignet
Reismehlebenfalls mild im Geschmack und daher für herzhafte und süße Speisen einsetzbar

Glutenfreie Bindemittel

Bindemittel halten den Teig zusammen und machen ihn elastisch. Ohne diese Produkte ließe sich die entstandene Masse mit dem Mehl ohne Gluten nicht kneten und verarbeiten, sondern würde in einzelne Teile zerfallen.

Chiasamenim Wasser aufgequollen als perfektes Bindemittel einsetzbar, besonders reich an Fettsäuren und Ballaststoffen
Leinsamenauf die gleiche Weise einsetzbar wie Chiasamen
Johannesbrotkernmehlmild-nussig im Geschmack, quellt schnell und gut, gibt Backwaren ein optimales Volumen
Gelantinesorgt für einen geschmeidigen Teig, gut für Muffins und Rührkuchen geeignet, nicht für Hefeteige einsetzen!

FAQ: Glutenfreie Mehle

Wo kaufe ich am besten mein glutenfreies Mehl?

Glutenfreie Mehle gibt es sowohl in Reformhäusern als auch in Drogeriemärkten und beinahe allen Supermärkten. Viele Lebensmittelketten bieten mittlerweile sogar Eigenmarken als glutenfreie Variante an. Ebenso kann man es auch günstig online bei verschiedenen Anbietern und Herstellern erwerben.

Wie viel kostet glutenfreies Mehl?

Glutenfreies Mehl kostet in der Regel mehr als glutenhaltige Produkte. Im Schnitt kann man für eine 500 Gramm-Packung mit zwei bis drei Euro rechnen und erhält dafür ein hochwertiges Mehl ohne Gluten.

Wie lange hält sich glutenfreies Mehl?

Mehl ohne Gluten hält sich ebenso lange wie herkömmliche Mehle (z.B. Weizenmehl). Bei guter Aufbewahrung kann es bis zu sechs Monaten aufbewahrt werden. Dennoch gilt: Kaufen Sie möglichst nur so viel glutenfreies Mehl, wie Sie in einer absehbaren Zeit auch verbrauchen!

Wie bewahre ich glutenfreies Mehl am besten auf?

Glutenfreies Mehl mag es wie alle Mehle trocken und dunkel. Daher am besten in lichtundurchlässigen Packungen oder abgedunkelten Gläsern aufbewahren, die gut zugeschraubt werden sollten! Zudem lagert glutenfreies Mehl am besten bei einer Temperatur von 15 bis 20 Grad Celsius!

Fazit: Für gesünderen Genuss – Glutenfrei wählen!

Mehl ohne Gluten enthält nicht nur kostbare Mineralstoffe wie Eisen und Zink, sondern ist auch reich an Ballaststoffen und Eiweißen. Zudem kann man sich beim Backen nach eigenem Belieben ausprobieren und die verschiedenen glutenfreien Mehle und Bindemittel kombinieren! Egal, ob für den süßen Kuchen, glutenfreie Plätzchen oder das pikante Brot: Glutenfreies Mehl als gesunde Alternative, die den Magen entlastet und einen optimalen Energielieferanten darstellt, gibt es für jede Backware, die Sie in Ihrer hauseigenen Bäckerei zubereiten wollen!